• Hunde in Afrika

    Hoppe / pixelio.de

    In Afrika kommt dem Hund nicht die Bedeutung zu, wie dies in den westlichen Ländern der Fall ist. Ganze acht Hunderassen hat der Kontinent hervorgebracht und so ist es nicht verwunderlich, dass man auf Reisen oft tagelang keinem einzigen begegnet. Die ältesten Zeugnisse über die Hundehaltung in Afrika haben, wie könnte es anders sein, die Ägypter hinterlassen. Auf 3000 Jahre alten Wandgemälden findest Du Abbildungen von Sloughis. Diese nordafrikanischen, eleganten Windhunde wurden von Nomaden gehalten und dienten als mobile „Alarmanlage“ vor den Zelten.

    Das einzige afrikanische „Schoßhündchen“ ist ein Inselbewohner: Auf Madagaskar wurden die putzigen Coton de Tuléar etabliert und hatten nur die Aufgabe, ihre zumeist gut betuchten Besitzer zu unterhalten. Den anspruchsvolleren Job hatten und haben die Hunde des südlichen Afrikas. Rhodesian Ridgebacks, Boerboels und Basenjis sind allesamt bullig, beeindrucken mit ihrer Körpergröße und fungieren als Wachhabende vor den Häusern ihrer Herrchen. Gerade in Südafrikas exklusiveren Wohngegenden dienen sie zur Abschreckung und sollen jeden ungebetenen Gast bereits am Gartenzaun „abwimmeln“. Basenjis, sogenannte Kongo-Terrier leben in den Regenwäldern, was sich auch durch ihren speziellen afrikanischen Hundenamen bezeugen lässt. In der Sprache der Pygmäen bedeutet Basenji „kleines wildes Ding aus dem Busch“. Im 19. Jahrhundert beobachteten Forscher im heutigen Südsudan, dass die Hunde von den Mangbetu und Niam-Niam Azande zur Jagd eingesetzt wurden. Gewichtiger scheint die Rolle der Hunde in der Sahara. Da zottige Vierbeiner bei Sandstürmen in der Wüste sich selbst und ihren Besitzern eine Last wären, etablierte man in jener Region verschiedene Windhundrassen. Die Azawakhs werden von den Tuaregs „Idi“ genannt, was schlicht „Hund“ bedeutet.

    Gehen westliche Hundebesitzer mit ihrem Vierbeiner eine innigere Freundschaft ein, scheint es in Afrika eher einen Arbeitsvertrag zwischen ihnen zu geben. In Relation zur Lebensqualität der Menschen ist jene der Hunde natürlich auch eingeschränkter. Vernünftiger als anderswo wird hingegen mit der Anschaffung der Tiere umgegangen; Hunde fressen Fleisch und wer sich die Ernährung eines Basenjis nicht leisten kann, schafft sich keinen an. So einfach ist das.

    Gastbeitrag von Fabian Neuen / issnruede.de

    von Sven

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