• Hundetraining: Der Rückruf

    Sven Bluhm / Hunde-Web.com

    Der Rückruf eures Hundes ist einer der wichtigsten Bestandteile im Hundetraining. Ein Hund muss jederzeit abrufbar sein, denn es gibt immer wieder Gefahrensituation für den Hund oder andere Menschen. Durch den Rückruf werden diese Situationen vermieden, deshalb ist im Hundetraining bzw. Hundesport der Rückruf einer der wichtigsten Bausteine.

    Wir alle haben es schon oft gehört und beobachtet: „Luna, Luna, Luna!“, aber … es passiert rein gar nichts. Luna zieht ihr Ding durch, Frauchen oder Herrchen geben entnervt auf, gehen weiter oder rennen ihrem Hund hinterher.

    Genau diese Situation möchte man als ambitionierter Hundebesitzer nicht erleben. Wenn man seinen Hund gerne frei laufen lässt ist es wichtig, dass unser Hund auf unseren Rückruf hört. Wir tragen die Verantwortung und müssen auch Rücksicht auf andere Menschen nehmen. Es gibt schließlich Familien mit kleinen Kindern, oder schlicht Menschen die Angst vor Hunden haben. Wenn dein Hund dann nicht hört, kommt es schon mal zu unschönen Situationen. Der sichere Rückruf bedeutet auch mehr Freiheiten für unseren Hund, denn er ist durch den Rückruf kontrollierbar.

    Rückruftraining beim Welpen

    Für uns sind Hundewelpen ein sehr dankbarer Trainingspartner. Welpen den Rückruf beizubringen erfordert sehr viel Geduld und Konsequenz. Wir können sofort die richtigen Grundlagen setzten und wenn wir diese konsequent beibehalten, haben wir später den größten Streber überhaupt. Doch auch dies ist nicht so einfach wie es sich anhört. Wir alle wissen nur zu gut, wie schnell sich der Schlendrian einschleicht.

    Rückruftraining beim SeniorHunderudel

    Anders ist, wenn wir uns einen älteren Hund holen. Dieser hat entweder noch nie auf etwas hören müssen oder hat bereits einen etablierten Rückruf, auf den er mehr oder minder hört. Hier ist es etwas anspruchsvoller dem Hund das von uns gewollte verhalten beizubringen. Viele Wege können zum Erfolg führen. Das Rückruftraining muss individuell auf den Hund angepasst werden.

    Hundepsychologie

    Am Anfang muss man verstehen, weshalb unser Hund überhaupt kommt. Er ist ein Opportunist, der nichts macht, ohne einen dadurch Vorteil zu erreichen. Dein Hund kommt also nicht, weil er denkt er macht dir damit einen Gefallen. Er kommt deshalb, weil er damit ein Ziel verfolgt. Dies kann Futter, Aufmerksamkeit oder ein Spielzeug sein und genau das macht den erfolgreichen Rückruf so schwierig. In vielen Situationen funktioniert er meistens genau deshalb nicht, denn warum sollte er kommen, wenn er gerade mit Artgenossen spielt oder jagd. Es werden sich immer Situationen ergeben, in denen euer Hund nicht abrufbar ist, weil etwas anderes spannender/wichtiger ist. Der Rückruf funktioniert nicht immer, das lässt sich leider nicht verhindern, aber wir können eine Menge unternehmen, um diese Negativ-Quote so niedrig wie möglich zu halten.

    Rückruftraining: Jetzt geht es los!

    Wir wollen nun nicht anfangen eine allgemeine Trainingsanleitung für jeden Hund zu schreiben, denn dies würde hier den Rahmen sprengen. Beim Rückruf ist es anders als bei „Sitz“ bzw. „Platz“. Das Rückruftraining erfordert viel Beobachtung, denn es ist unterschiedlich, was bei einem Hund gut funktioniert und was gar nicht. Deshalb sollten wir beim Start des Trainings dem Hund zunächst zeigen, was wir von ihm wollen. Dabei haben wir immer im Kopf, dass wir mit dem Rückruf auch den Radius einzuschränken, in dem sich unser Hund von uns entfernen darf.

    Was rufen wir denn jetzt? „Hier“, „Komm“ oder doch den Namen des Hundes? Das Problem beim Namen ist, das man ihn für viele Situation benutzen wird. Für den Anfang kann man gut einen Zusammensetzung aus zum Beispiel, Namen und Rückrufkommando: „Luna, hier!“ verwenden. Auf Dauer lassen wir den Namen aber weg. Was ihr nun als Rückrufsignal verwendet ist völlig egal, das Kommando sollte nur immer dieselbe Bedeutung haben, die Zuordnung wird so für den Hund klar. Man kann das Kommando auch noch mit einem Pfeifensignal hinterlegen.

    Bei Welpen, die gut folgen und einem viel Aufmerksamkeit schenken, können die ersten Trainingseinheiten gleich ohne Leine sattfinden. Für Hunde die schon mehr „ihr Ding“ machen, ist eine Schleppleine von Vorteil. Wir rufen den Hund nun mit dem von uns bestimmten Kommando. Am besten ist es, das Kommando mit ziemlich hoher Stimme wieder zu geben, da Hunde dann mehr Interesse für die Worte zeigen. Nun gehen wir in die Hocke, da unser Hund dadurch animiert wird zu uns zu kommen. Ist unser Hund bei uns, ist es Zeit für eine Belohnung. Was das nun ist bleibt völlig uns überlassen. Hauptsache es macht dem Hund eine Menge Freude und das muss nicht unbedingt fressen sein. Viele Hunde freut es alleine schon Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten zu bekommen, aber ihr werdet rausfinden was auf Dauer am besten funktioniert.

    Verwendet das Kommando nur einmal. Euer Hund wird reagieren, bei manchen dauert es eben länger. Begehe nicht den Fehler und fange an zu rufen, rufen, rufen oder am besten noch hinterher zu rennen. Dies bewirkt nur, dass euer Hund lernt, dass Herrchen/Frauchen schon kommen, wenn sie was wollen.Macht euch keine Sorgen, der eine Hund kommt langsam angetrottet, ein anderer rennt den Menschen förmlich um. Dies ist völlig unerheblich für uns, wir vollen einfach nur das unser Hund kommt.

    Es liegt am Menschen konsequent zu sein und mit unserem Hund eine Menge Spaß zu haben. Denn Hundetraining bedeutet Spaß und nicht Frustration. Nur mit Spaß, Spannung und Freude wird unser Hund auf Dauer zuverlässig kommen. Natürlich wird es immer wieder mal Rückschläge geben. Seid einfach kreativ und bleibt am Ball, denn es gibt einfach Phasen im Leben eines Hundes, in denen er auch mal seinen eigenen Kopf hat.

    von Sven

    2 Kommentare für “Hundetraining: Der Rückruf”

    Hinterlasse einen Kommentar:

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *