• Ein Hundeflüsterer ist auch nur ein Mensch

    Ein Hundeflüsterer ist auch nur ein Mensch
    Anita Stöwesand / pixelio.de

    Für Hundebesitzer scheint es oft wie ein Wunder, wenn ein Mensch auf einen fremden Hund trifft und mit ihm sofort kommunizieren kann. Es ist, als ob er dem Hund etwas ins Ohr „flüstert“ und dieser sofort darauf reagiert.

    Es hat für Außenstehende etwas magisches, was dort passiert und dies führt nicht zuletzt zu einer Kommerzialisierung des Begriffes „Hundeflüsterer“. Pate für den Erfolg stand der Film-Klassiker „Der Pferdeflüsterer“  mit und von Robert Redford.

    Nun ist „Hundeflüsterer“ kein Ausbildungsberuf oder ein Titel, der verliehen wird. „Hundeflüsterer „ darf sich jeder nennen, der meint eine besondere Begabung entwickelt zu haben. Er deutet die Verhaltensweise, insbesondere die Körpersprache und die Signale von Hunden und erkennt so die Probleme, die ein Hundefreund mit seinem Vierbeiner hat.

    „Hundeflüsterer“ sind dann in Lage diese Probleme zu lösen, oft innerhalb kürzester Zeit. Hier beginnt spätestens die „Magie“ des Hundeflüsterers, weil sich der Hundebesitzer oft jahrelang mit diesen Problemen herumquält. Dieser Mensch muss übernatürlich Kräfte besitzen, die wissenschaftlich nicht zu erklären sind. Unglaubliche Kommunikation mit einem Tier, sie scheinen miteinander zu sprechen.

    Ein Leben für die Hundeerziehung

    Das ist natürlich alles Quatsch, denn ein Hundeflüsterer ist auch nur ein Mensch, der sein Leben der Hundeerziehung widmet, meistens als Hundetrainer. Allerdings hat er zum Normal-Hundebesitzer einen gewaltigen Wissensvorsprung. Er hat sich in der Praxis und in der Theorie viel intensiver mit dem Lebewesen „Hund“ auseinandergesetzt. Er weiß, wie ein Rudel funktioniert und nimmt dort schnell den richtigen Platz ein. Das Rudel ist bei einem Hund heute meistens die Familie, in der er lebt. Hier erkennt der Hundeflüsterer schnell, wo beim Hund das Problem liegt und kann entsprechend handeln. Durch seine riesige Hundeerfahrung hat er es wesentlich einfacher einen Hund zu „verstehen“.

    Es gibt keinen Hundemenschen

    Erinnern wir uns einmal an die „Wolfsfilme“ wo ein Kind von einem Wolfsrudel erzogen wird. Dieses Kind weiß später genau, wie ein Wolfsrudel funktioniert. Ein Hundeflüsterer wäre also idealerweise von einem Hund großgezogen worden. Wir wollen aber nicht übertreiben, aber dieses Beispiel zeigt deutlich, worum es bei einem Hundeflüsterer geht.

    Im Prinzip kann also jeder von uns ein „Hundeflüsterer“ werden, man muss nur viel, sehr viel Zeit in dieses Fachgebiet investieren. Unsere Bewunderung gilt diesem Hundetrainer deshalb, weil wir über eine lange Zeit versuchen bestimmte Verhaltensweisen bei unserem Hund zu verändern. Jetzt kommt ein Fremder und schon geht es. Dies liegt oft daran, weil wir uns nicht wirklich gründlich informieren und einfach nur irgendetwas ausprobieren, was wir irgendwo gehört haben, oder meinen es könnte richtig sein. Oft hilft es, sich mal zu sagen „ich habe keine Ahnung“ und bei null anzufangen, um eine Lösung zu finden.

    Es ist keine Schande sich an einen Fachmann zu wenden, wenn man selbst in der Hundeerziehung an seine Grenzen stößt. Ob dieser Spezialist dann „Hundetrainer“ oder „Hundeflüsterer“ heißt, spielt keine Rolle. Vielleicht sollte man bei der Bezeichnung „Hundeflüsterer“ sogar vorsichtiger sein, denn das klingt ein bisschen wie „Wunderheilung“.

    von Sven

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