• Der vermenschlichte Hund

    Jens Roth / pixelio.de

    Vermenschlichung der Beziehung zwischen Mensch und Hund

    Wir können sie wie Menschen kleiden, aber beim besten Willen nicht wie einen Menschen behandeln. Das ist einer der größten Fehler, den wir Hundebesitzer im Umgang mit unseren Hunden machen können.

    Wir Menschen sind so eine Spezies für sich, oft mitfühlende, teilweise egoistisch Lebewesen und machen Hunde manchmal zu etwas was sie nicht sind.

    Hunde sind in erster Linie Tiere, die ganz anders denken als wir Menschen. Für den Hund muss alles seine Ordnung und seinen geregelten Ablauf haben. Der Hund braucht um glücklich zu sein, eine klare Struktur in seinem Rudel. Den Rudelführer für die Stärke des Rudels und die Anhänger, die von ihm geführt werden. Da der Hund im Normalfall gewillt ist sich uns unterzuordnen, sollte diese Rangfolge erst Mensch, dann Hund auch so geregelt sein. Ein Hund ist nur zufrieden, wenn er in einem funktionierenden Rudel lebt.

    Instinkte, nicht Emotionen

    Instinktiv wollen Hunde Regeln und Grenzen, denn sie wollen ganz genau wissen, was erlaubt ist und was nicht. Damit die Beziehung erfolgreich verläuft muss der Mensch der Rudelführer werden. Oft bringt der Mensch dem Hund nur Liebe und Zuneigung entgegen, Regeln und Grenzen werden kaum aufgestellt oder eingefordert.Menschen-Hunde-Rudel

    Natürlich genießen Hunde die Zuneigung, das bedeutet aber nicht, dass sie sich dadurch psychisch stabil, sicher und glücklich fühlen. Wir müssen richtige emotionale Stabilität schaffen und das geht nur mit einem geordneten Rudel. Bitte versteht das nicht falsch, ein Hund benötigt Zuneigung. Diese wird von ihm auch genossen, doch ihr müsst ihm diese zur richtigen Zeit geben.

    Unsere Hunde besitzen nicht dieselben kommunikativen Fähigkeiten, wie wir Menschen. Hunde verfügen natürlich auch über Emotionen, aber ihre Emotionen sind eben anders. Sie sind einfache Lebewesen mit Instinkten, ihren Emotionen fehlen die komplexen Denkprozesse des Menschen. Sie fühlen die Freude, wenn sie zufrieden sind und sie sind traurig, wenn jemand stirbt. Allerdings leben Hunde im hier und jetzt. Hunde denken nicht an die Zukunft und denken auch nicht an die Vergangenheit, sie leben den Moment.

    Denke wie ein Hund

    Nehmen wir mal ein Beispiel: Du hast dich gerade mit einem gutem Freund gestritten. Dein Hund wird bemerken, dass du andere Emotionen zeigst. Doch er wird dich eher als schwach und instabil sehen, weil ein guter Rudelführer solche Emotionen nicht zeigt.

    Oft reagieren wir Menschen völlig falsch, zum Beispiel wenn unser Hund eine traumatische Erfahrung macht und deswegen Angst zeigt.

    Denken wir einfach mal an Silvester. Viele Hunde haben panische Angst vor den Knallgeräuschen und wir Menschen neigen dazu, unsere Hunde dann zu trösten, zu streicheln und zu kuscheln. In traumatischen Situationen darf der Mensch dem Hund keine Zuneigung zeigen, auch wenn es schwer fällt. Dies verschlimmert die Reaktion auf solche negativen Erlebnisse zukünftig nur. Beim nächsten Mal wird der Hund noch mehr Angst haben. Er muss traumatische Situationen im Kopf verarbeiten, nicht durch menschliche Gesten. Hunde sehen das Trösten in solchen Situationen nicht so, wie der Mensch es gerne will, denn sie wollen gar nicht, dass der Mensch mitleidet. Ein Hund sieht das als Schwäche, da er einen Rudelführer möchte, der stark und selbstbewusst vorausgeht.

    Ein Hundeleben

    „Schwäche, emotionale Stabilität“ sind die Stichworte um die es im Menschen-Hunde-Rudel geht. Ein Hund möchte wie ein Hund behandelt werden, sonst kann es zu kleinen oder sehr großen Problemen in eurem Rudel kommen. Genau um diese Probleme zu vermeiden, sollte man sich immer vornehmen, die Welt aus der Sicht der Hunde wahrzunehmen. Hunde sind Tiere und sollten auch dementsprechend behandelt werden, denn sie wollen es so.

    von Sven

    Hinterlasse einen Kommentar:

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *